Reisehinweise zum Corona-Virus / Covid-19

Solltest Du trotz Corona Deinen Urlaub antreten? Wie hoch ist das Risiko einer Ansteckung mit dem Corona-Virus in Deinem Urlaub? Macht es überhaupt Sinn, wegen Corona Deine Reise zu stornieren? Welche Gründe sprechen für oder gegen Deinen Urlaub?

 

Hier sind die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Corona und Deinen Urlaub.

Alle Informationen werden fortlaufend aktualisiert, die letzte Aktualisierung hat am 24.07.2020 stattgefunden.

 

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Die TOP 8 der häufigsten Fragen

Warum sind aktuell nicht alle Filialen der REISEREI geöffnet?

Es gibt hierfür zwei maßgebliche Gründe. Einerseits können wir Deine Anfragen deutlich schneller mit den Reiseveranstaltern klären, wenn wir sie „gesammelt“ und strukturiert mit den Veranstaltern besprechen (aktuelle Wartezeiten in den Hotlines zwischen 2 und 4h). Allerdings ist diese Vorgehensweise schlecht mit spontanen Besuchen in den REISEREI-Filialen vereinbar, weil wir uns dann – wie Du es von uns gewohnt bist – nur Dir mit unserer vollen Aufmerksamkeit widmen würden. Wir könnten also durchaus unsere Filialen für wenige Kunden am Tag öffnen, würden dann aber deutlich weniger Eurer Anliegen klären können. Deshalb haben wir uns zum Wohle aller Kunden vorerst dagegen entschieden.

Andererseits arbeiten aus wirtschaftlichen Gründen leider viele unserer Mitarbeiter gerade nur verkürzt. Dies wird wahrscheinlich noch einige Zeit so bleiben, auch wenn die Reisewarnungen zumindest teilweise wieder aufgehoben wurden. Trotzdem werden wir weiter für Dich da sein – versprochen! Es ist jedoch nicht möglich, mit der aktuellen Manpower alle Filialen zu öffnen. Dies ist sicherlich kein Wunschzustand für uns, aber unter den gegebenen Umständen können wir so immer noch den bestmöglichen Service für Dich bieten und weiter für Dich da sein.

 

Gibt es die Möglichkeit, sich für eine neue Reise persönlich in der REISEREI beraten zu lassen?

Ja, diese Möglichkeit gibt es. Da aufgrund der Corona-Pandemie auch die Urlaubsberatung deutlich komplexer geworden ist, haben wir uns dafür entschieden, Dich auch weiterhin persönlich bei uns in der REISEREI zu beraten. Bitte lass' uns dafür vorab einen individuellen Termin vereinbaren. Gerne können Sie dafür wie gewohnt per Email eine Terminanfrage mit Deinem Reisewunsch an uns schicken! Hier sind auch noch einmal unsere kompletten Kontaktdaten für Dich:

Wir freuen uns auf Deinen Besuch!!!

 

Warum kann man aktuell wegen einer Stornierung oder Umbuchung nicht persönlich in der REISEREI vorbeikommen?

Aufgrund der besonderen Situation können wir die IT-Systeme vieler Reiseveranstalter nicht wie gewohnt nutzen. Viele Umbuchungen, Stornierungen, und Erstattungen funktionieren inzwischen nur noch manuell, d.h. mit intensivem Email-Verkehr und stundenlangem Warten in den telefonischen Warteschleifen der Reiseveranstalter. Unser „trauriger Rekord“ liegt aktuell bei einer Wartezeit von 4,5 Stunden in der Hotline eines Reiseveranstalters, um eine Umbuchung durchzuführen. Im Regelfall liegt die durchschnittliche Wartezeit in den Hotlines der Reiseveranstalter zwischen 2 und 3 Stunden. In den meisten Fällen könnten wir Deine Wünsche deshalb bei einem Besuch in der REISEREI also nicht so spontan erfüllen, wie Du das sonst von uns gewohnt bist und Dich tatsächlich nur vertrösten. Um diese Unzufriedenheit zu vermeiden und Dir unnötige Wege zu ersparen, führen wir Deine Stornierungen / Umbuchungen / Erstattungen telefonisch bzw. per Email durch. So geht es für alle Kunden schneller, versprochen!!

Kann ich meine Reise selbst wegen des Corona-Virus stornieren?

Die meisten deutschen Reiseveranstalter orientieren sich bei der der Durchführung ihrer Reisen an den Reisewarnungen des Auswärtigen Amts und werden bei einer Gefährdung die gebuchten Reisen selbstständig absagen. Kann man jedoch seine Reise trotzdem schon vorher stornieren? Natürlich ist ein Storno jederzeit möglich. So lange der Reiseveranstalter eine Reise aber nicht selbst abgesagt hat, fallen die vertraglich vereinbarten Stornokosten lt. AGBs für den Kunden an.

 

Was passiert, wenn mein Reiseveranstalter in den nächsten Tagen oder Wochen Insolvenz anmeldet?

Viele Kunden treibt die Angst um, dass in der Zwischenzeit ihr Reiseveranstalter in die Insolvenz gehen könnte und damit geleistete Zahlungen erst einmal „weg“ sind, da die gesetzliche vorgeschriebene Insolvenzversicherung für alle betroffenen Pauschalreisen nur bei insgesamt 110 Millionen Euro liegt. Bei der Thomas Cook – Insolvenz musste nachträglich der Staat einspringen, um den entstandenen Schaden zu regulieren. Aktuell erarbeitet die Bundesregierung jedoch eine bundesweite Lösung, um eine erneute Insolvenz großer Reiseveranstalter zu verhindern.

Wann bekomme ich mein Geld nach einer Stornierung zurück?

Gesetzlich ist festgelegt, dass der Reiseveranstalter dem Kunden innerhalb einer Frist von 14 Tagen nach Vertragskündigung das angezahlte Geld für die Reise erstatten muss. Unter „normalen Umständen“ erfolgen diese Gutschriften auch binnen zwei Wochen.

 

Tatsächlich erscheint es aktuell auch bei kritischem Blick auf die Reiseveranstalter objektiv unmöglich, diese Frist zu halten. Zu viele Reisen mussten aufgrund der COVID-19-Pandemie storniert werden, zu viele Reisen müssen nun rückabgewickelt werden. Zudem mussten viele Veranstalter aus wirtschaftlichen Gründen auch ihre Belegschaften in Kurzarbeit schicken, so dass in der Praxis noch weniger Arbeitskräfte für die Rückabwicklung der Reisen zur Verfügung stehen. Teilweise mussten Kunden die Erfahrung machen, dass die Erstattung deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen hat. Realistisch betrachtet ist aktuell von einer Bearbeitungsfrist von vier bis sechs Wochen auszugehen. Diese Bearbeitungszeit ist jedoch lediglich ein Erfahrungswert und kann durch das jeweilige Reisebüro auch mit viel „Druck“, „gutem Willen“ oder vielzähligen Anrufen nicht verkürzt werden.

 

Werden Stornokosten rückwirkend erstattet, wenn ich jetzt selbst storniere und der Reiseveranstalter hinterher die Reise absagt?

Solltest Du Deine Reise "auf eigene Faust" vorab stornieren wollen, hat der Reiseveranstalter ein Anrecht auf die vertraglich vereinbarte Stornogebühr. Angst oder Sorgen vor dem Corona-Virus bedeuten nicht, dass der Zahlungsanspruch verfällt, so Ernst Führich, der führende Experte für Reiserecht in Deutschland. Das gilt übrigens auch, wenn man seine Reise auf eigene Kosten storniert hat und der Reiseveranstalter einige Stunden hinterher die Reise absagt. Eine rückwirkende kostenfreie Stornierung ist nicht möglich. Ruhe bewahren und abwarten ist damit in den meisten Fällen das bessere Mittel, um nicht auf unnötigen Kosten sitzenzubleiben.

 

Muss ich meine Restzahlung leisten, wenn ich vermute, dass meine Reise abgesagt wird?

Die alles bestimmende Frage in der jetzigen Frage ist für viele Urlauber, ob sie ihre vereinbarte Restzahlung noch leisten müssen, wenn zu vermuten ist, dass die Reise ohnehin abgesagt wird. Aus juristischer Sicht ist der geschlossene Reisevertrag so lange gültig, bis einer der beiden Vertragspartner (Kunde oder Reiseveranstalter) den Reisevertrag kündigt. Sollte der Reiseveranstalter also die Reise noch nicht abgesagt haben, ist der Kunde erst einmal weiterhin verpflichtet, seine vertraglichen Pflichten zu erfüllen, d.h. die Restzahlung zu leisten. Diese ist in den meisten Fällen bis spätestens 4 Wochen vor Reisebeginn zu leisten. Aus verständlichen Gründen möchten die wenigsten Kunden jedoch aktuell die Restzahlung für eine Reise vornehmen, die eventuell kurze Zeit später vom Reiseveranstalter abgesagt wird. In den meisten Fällen ist einer der drei folgenden Zahlungsmöglichkeiten mit dem Veranstalter vereinbart, die dem Kunden unterschiedliche Handlungsoptionen ermöglichen:

  • SEPA-Lastschriftmandat – die beste Option. In diesem Fall hast Du nämlich die Möglichkeit, die Lastschrift innerhalb von 8 Wochen von Deiner Bank auf Dein Konto zurückbuchen zu lassen. Sollte die Restzahlung also tatsächlich vier Wochen vor dem ursprünglich geplanten Reisebeginn fällig sein, kannst Du die Absage des Veranstalters abwarten und die Zahlung ggf. zurückbuchen lassen.
  • Zahlung per Kreditkarte – die zweitbeste Variante. Mit dem sogenannten Chargeback-Verfahren kann man ungerechtfertigte Kreditkartenzahlungen vom Reiseveranstalter zurückfordern, z.B. für nicht erbrachte Leistungen wie eine abgesagte Reise. Dies ist übrigens auch der Fall, wenn ein Reiseveranstalter in die Insolvenz geht, auch dann kann man die Zahlung reklamieren. Zwar sollte man versuchen, das Problem zuerst direkt mit dem Reiseveranstalter zu klären, um einen entsprechenden Schriftwechsel bei dem Kreditkartenanbieter vorweisen zu können. Weigert sich der Reiseveranstalter jedoch, die Rückzahlung des Reisepreises vorzunehmen, können Kunden über das Reklamationsformular für Kreditkartenbuchungen (verfügbar in Ihrer Bank) die Zahlung zurückfordern. Hier ist eine zeitnahe Rückforderung nach der Weigerung des Veranstalters empfehlenswert, um ggf. Fristen im Chargeback-Verfahren einzuhalten.
  • Überweisung – die dritte Variante. Überweisungen können nicht über die Hausbank zurückgerufen werden, d.h. die Zahlung verbleibt erst einmal in den Händen des Reiseveranstalters. Auch wenn es mit der Rückerstattung dauern könnte, sind Reiseveranstalter dennoch gesetzlich verpflichtet, die Rückzahlung innerhalb von 14 Tagen vorzunehmen. Sollte man aus Angst, das Geld nicht zurückzuerhalten, die Überweisung nicht vornehmen, kann es sein, kann sich der Veranstalter erst einmal – so unsinnig es auch scheint - auf Vertragsbruch und seine AGBs berufen, die in solchen Fällen meist hohe Stornokosten vorsehen (auch wenn die Reise aller Voraussicht nach sowieso nicht stattgefunden hätte). Diese Entscheidung sollte also von Dir reiflich überlegt sein.


News Blog

24.07.2020  I  Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten

 

Deutsche Reisende aus Risikogebieten werden zukünftig direkt nach ihrer Rückkehr auf das Corona-Virus getestet. Mehr erfahren...


16.07.2020  I  Reisewarnung für Schweden wird aufgehoben

 

Bundesregierung hebt Reisewarnung für Schweden auf. Mehr erfahren...


10.06.2020  I  Reisewarnung wird für 160 Länder verlängert

 

Bundesregierung will Reisewarnung für 160 nicht-europäische Länder bis 31. August verlängern. Mehr erfahren...


03.06.2020  I  Reisewarnung wird aufgehoben

 

Bundesregierung hebt Reisewarnung für 29 europäische Länder auf. Mehr erfahren...


26.05.2020  I  Reisewarnung wird aufgehoben

 

Bundesregierung will Reisewarnung für mehr als 30 Länder aufheben. Mehr erfahren...


20.05.2020  I  Bundesregierung beschließt Insolvenzschutz für Reisegutscheine

 

Staat haftet im Insolvenzfall für Reisegutscheine ab 8.3.2020. Mehr erfahren...


20.05.2020  I  Condor nimmt Flüge zu wichtigen Urlaubszielen wieder auf

 

Condor stellt Sommerflugplan vor. Mehr erfahren...


12.05.2020  I  Deutsche Grenzen sollen wieder öffnen

 

Deutsche Grenzen sollen zum 15. Juni wieder öffnen. Mehr erfahren...


08.05.2020  I  Eurowings nimmt Verbindungen wieder auf

 

Eurowings startet Flugbetrieb neu. Mehr erfahren...


08.05.2020  I  Bundesländer öffnen Hotels wieder

 

Viele Bundesländer öffnen noch im Mai wieder ihre Hotels für den Tourismus. Mehr erfahren...


29.04.2020  I  Auswärtiges Amt verlängert weltweite Reisewarnung

 

Das Auswärtige Amt hat die weltweite Reisewarnung für alle deutschen Staatsbürger bis 14.6.2020 verlängert. Mehr erfahren...


17.04.2020  I  Auswärtiges Amt verlängert weltweite Reisewarnung bis zum 03.05.2020

 

Das Auswärtige Amt hat die weltweite Reisewarnung für alle deutschen Staatsbürger verlängert. Mehr erfahren...


13.04.2020  I  Leopoldina empfiehlt, private Reisen wieder zu ermöglichen

 

Die Nationale Akademie der Wissenschaften empfiehlt der Bundesregierung, private Reisen wieder zu ermöglichen. Mehr erfahren...


08.04.2020  I  Tourismusverband fordert Verschiebung der Sommerferien

 

Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern schlägt eine Verschiebung der Sommerferien vor. Mehr erfahren...


23.03.2020  I  Fernweh und Reisefreiheit

 

Warum wir die Reisefreiheit wieder ganz anders schätzen werden. Mehr erfahren...


20.03.2020  I  Touristikkonzerne greifen Reisebüros in die Tasche

 

4,8 Mrd. Euro Umsatzausfall und die Reiseveranstalter greifen den Reisebüros in die Tasche. Mehr erfahren...


19.03.2020  I  4,8 Milliarden Euro Umsatzausfall in der Touristik bis April 2020

 

Umsatzausfall in der Touristik bei Reiseveranstaltern und Reisebüros beläuft sich bis Ende April bereits auf fast 5 Mrd. €. Mehr erfahren...


18.03.2020  I  Bundesregierung holt Urlauber zurück

 

Auswärtiges Amt holt hunderttausende gestrandete Urlauber zurück. Mehr erfahren...


17.03.2020  I  Corona-Krise wird bis Ende Mai andauern

 

Bundeswirtschaftsminister Altmaier rechnet mit einem Andauern der Corona-Krise bis Ende Mai. Mehr erfahren...


17.03.2020  I  Weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts

 

Das Auswärtige Amt gibt eine weltweite Reisewarnung für alle nicht notwendigen touristischen Reisen heraus. Mehr erfahren...


17.03.2020  I  RKI stuft Corona-Risiko für Deutschland hoch

 

Das Robert-Koch-Institut setzt die Risikoeinschätzung durch das Corona-Virus auf "Hoch". Mehr erfahren...


16.03.2020  I  Regierung schließt öffentliche Einrichtungen

 

Die Bundesregierung schließt deutschlandweit Geschäfte, Kneipen, Fitnessstudios, Spielplätze. Mehr erfahren...


15.03.2020  I  Deutschland schließt Grenzen

 

Deutschland schränkt Grenzverkehr stark ein. Mehr erfahren...



Endlich verständlich - das deutsche Reiserecht

Kostenfreie Stornierung als gängiger und weitverbreiteter Irrtum

Um gleich zu Beginn einen weit verbreiteten Irrtum aufzuklären: eine Reisewarnung des Auswärtige Amts bedeutet nicht, dass Du eine gebuchte Reise automatisch kostenfrei stornieren kannst.

 

Reisewarnung rechtlich nicht bindend für Reiseveranstalter

Gemäß den gesetzlichen Regelungen kannst Du eine Pauschalreise nur kostenfrei stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe „unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände“ auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Zielort erheblich beeinträchtigen.

Eine Reisewarnung hat damit keine unmittelbare Rechtsfolgen für Deinen Reiseveranstalter, d.h. er muss Dir nicht zwingend die kostenlose Stornierung Deiner Reise ermöglichen. Entscheidend für die Möglichkeit eines kostenlosen Reiserücktritts sind nicht die Reisewarnungen des Auswärtigen Amts, sondern die rechtliche Frage, ob außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände vorliegen (§ 651 BGB). Dies ist in jedem Einzelfall zu prüfen, die meisten Reiseveranstalter werten aber die Reisewarnung als starkes Indiz für eine kostenfreie Stornierung. Die aktuelle weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts gilt vorerst bis Ende April.

 

Keine voreiligen Schlüsse ziehen

Da Reisewarnungen durch das Auswärtige Amt immer auf Basis der aktuellen Lage erstellt werden, können diese sich tagesaktuell ändern. Dies ist auch der Grund dafür, dass Reiseveranstalter möglichst lange abwarten bevor sie eine Reise absagen bzw. zur kostenfreien Stornierung freigeben. Sollte Deine Reise also beispielsweise erst in 4 Wochen stattfinden, kannst Du Dich aktuell nicht auf das Recht zur kostenfreien Stornierung berufen. Der Reiseveranstalter wird sich in diesem Fall darauf zurückziehen, dass sich die Lage in nächsten Wochen noch einmal anders darstellen kann.

 

Reisen für kommende Reisemonate nicht immer kostenfrei stornierbar

Aktuell sind viele Reisen in den nächsten Wochen durch die deutschen Reiseveranstalter bereits abgesagt. Kann man jedoch seine Reise, die vielleicht erst in einigen Monaten beginnen sollte, jetzt schon stornieren? Natürlich ist ein Storno jederzeit möglich. So lange der Reiseveranstalter eine Reise aber nicht selbst abgesagt hat, fallen die vertraglich vereinbarten Stornokosten lt. AGBs für den Kunden an. Aufgrund der aktuellen Umstände ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Veranstalter das Zeitfenster für kostenfreie Stornierungen erweitern. In diesem Fall werden Kunden durch das Reisebüro oder direkt durch den entsprechenden Veranstalter informiert. Weiterführende Aussagen sind aktuell leider für niemanden möglich.

 

Keine rückwirkende kostenfreie Stornierung

Solltest Du Deine Reise "auf eigene Faust" vorab stornieren wollen, hat der Reiseveranstalter ein Anrecht auf die vertraglich vereinbarte Stornogebühr. Angst oder Sorgen vor dem Corona-Virus bedeuten nicht, dass der Zahlungsanspruch verfällt, so Ernst Führich, der führende Experte für Reiserecht in Deutschland. Das gilt übrigens auch, wenn man seine Reise auf eigene Kosten storniert hat und der Reiseveranstalter einige Stunden hinterher die Reise absagt. Eine rückwirkende kostenfreie Stornierung ist nicht möglich. Ruhe bewahren und abwarten ist damit in den meisten Fällen das bessere Mittel, um nicht auf unnötigen Kosten sitzenzubleiben.

Bundesregierung erarbeitet weitere Absicherung für Pauschalreisen

Was passiert aber, wenn der eigene Reiseveranstalter in der Zwischenzeit in die Insolvenz geht? Viele Kunden treibt die Angst um, dass in der Zwischenzeit ihr Reiseveranstalter in die Insolvenz gehen könnte und damit geleistete Zahlungen erst einmal „weg“ sind, da die gesetzliche vorgeschriebene Insolvenzversicherung für alle betroffenen Pauschalreisen nur bei insgesamt 110 Millionen Euro liegt. Bei der Thomas Cook – Insolvenz musste nachträglich der Staat einspringen, um den entstandenen Schaden zu regulieren. Aktuell erarbeitet die Bundesregierung jedoch eine bundesweite Lösung, um eine erneute Insolvenz großer Reiseveranstalter zu verhindern.

 

Reisebuchung mit Deinem Reisebüro prüfen

Die vorgenannten Regelungen gelten für Pauschalreisen, d.h. Du solltest zunächst mit Deinem Reisebüro prüfen, ob Du eine Pauschalreise oder ggf. eine andere Reiseart gebucht hast. Die Pauschalreise ist eine Reise, bei welcher Du mindestens zwei verschiedenen Arten von Reiseleistungen (z.B. Flug + Hotel) für den Zweck derselben Reise beim selben Reiseveranstalter oder Reisemittler gebucht hast. Auch wenn es manchmal auf den ersten Blick so aussieht, ist dies im Detail nicht immer der Fall. Kontaktiere uns einfach und wir prüfen Deine Reisebuchung.

Reisebüros sind (meistens) nicht der Vertragspartner

Ein weiterer Irrtum, der oft zu Unverständnis und Frust führt, ist die Annahme, dass das Reisebüro verbindliche Aussagen dazu treffen kann, ob eine Reise stattfinden wird oder ob beispielsweise eine kostenfreie Stornierung oder Umbuchung möglich ist. Das Reisebüro, in dem Du Deine Reise gebucht hast, ist in den meisten Fällen nur der Reisevermittler, d.h. es verkauft die Pauschalreisen und andere touristische Leistungen im Namen Dritter, d.h. den Reiseveranstaltern. Dein Reisebüro haftet somit beispielsweise nicht für Reisemängel und darf rein rechtlich nicht entscheiden, ob eine Reise stattfindet, die Kosten erstattet werden usw. Es ist von den Informationen des Reiseveranstalters abhängig.  Ein gutes Reisebüro wird dabei immer versuchen, Deine Interessen bestmöglich beim Reiseveranstalter zu vertreten, kann aber letztlich keine garantierten Zusagen abgeben.

 

14-Tages-Frist für die Rückerstattung von Zahlungen nach Reiseabsagen

Wahrscheinlich fragst auch Du Dich nach einer Stornierung Deiner Reise, wann Du mit der Rückerstattung der geleisteten Zahlungen rechnen kannst. Gesetzlich ist festgelegt, dass der Reiseveranstalter dem Kunden innerhalb einer Frist von 14 Tagen nach Vertragskündigung das angezahlte Geld für die Reise erstatten muss. Unter „normalen Umständen“ erfolgen diese Gutschriften auch binnen zwei Wochen.

Tatsächlich erscheint es aktuell auch bei kritischem Blick auf die Reiseveranstalter objektiv unmöglich, diese Frist zu halten. Zu viele Reisen mussten aufgrund der COVID-19-Pandemie storniert werden, zu viele Reisen müssen nun rückabgewickelt werden. Zudem mussten viele Veranstalter aus wirtschaftlichen Gründen auch ihre Belegschaften in Kurzarbeit schicken, so dass in der Praxis noch weniger Arbeitskräfte für die Rückabwicklung der Reisen zur Verfügung stehen. Teilweise mussten Kunden die Erfahrung machen, dass die Erstattung deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen hat. Realistisch betrachtet ist aktuell von einer Bearbeitungsfrist von vier bis sechs Wochen auszugehen. Diese Zeitspanne ist jedoch lediglich ein Erfahrungswert und kann durch das jeweilige Reisebüro auch mit viel „Druck“, „gutem Willen“ oder vielzähligen Anrufen nicht verkürzt werden.

Restzahlungen für kommende Reisen immer noch fällig

Die alles bestimmende Frage in der jetzigen Frage ist für viele Urlauber, ob sie ihre vereinbarte Restzahlung noch leisten müssen, wenn zu vermuten ist, dass die Reise ohnehin abgesagt wird. Aus juristischer Sicht ist der geschlossene Reisevertrag so lange gültig, bis einer der beiden Vertragspartner (Kunde oder Reiseveranstalter) den Reisevertrag kündigt. Sollte der Reiseveranstalter also die Reise noch nicht abgesagt haben, ist der Kunde erst einmal weiterhin verpflichtet, seine vertraglichen Pflichten zu erfüllen, d.h. die Restzahlung zu leisten. Diese ist in den meisten Fällen bis spätestens 4 Wochen vor Reisebeginn zu leisten. Aus verständlichen Gründen möchten die wenigsten Kunden jedoch aktuell die Restzahlung für eine Reise vornehmen, die eventuell kurze Zeit später vom Reiseveranstalter abgesagt wird. In den meisten Fällen ist einer der drei folgenden Zahlungsmöglichkeiten mit dem Veranstalter vereinbart, die dem Kunden unterschiedliche Handlungsoptionen ermöglichen:

  • SEPA-Lastschriftmandat – die beste Option. In diesem Fall hast Du nämlich die Möglichkeit, die Lastschrift innerhalb von 8 Wochen von Deiner Bank auf Dein Konto zurückbuchen zu lassen. Sollte die Restzahlung also tatsächlich vier Wochen vor dem ursprünglich geplanten Reisebeginn fällig sein, kannst Du die Absage des Veranstalters abwarten und die Zahlung ggf. zurückbuchen lassen.
  • Zahlung per Kreditkarte – die zweitbeste Variante. Mit dem sogenannten Chargeback-Verfahren kann man ungerechtfertigte Kreditkartenzahlungen vom Reiseveranstalter zurückfordern, z.B. für nicht erbrachte Leistungen wie eine abgesagte Reise. Dies ist übrigens auch der Fall, wenn ein Reiseveranstalter in die Insolvenz geht, auch dann kann man die Zahlung reklamieren. Zwar sollte man versuchen, das Problem zuerst direkt mit dem Reiseveranstalter zu klären, um einen entsprechenden Schriftwechsel bei dem Kreditkartenanbieter vorweisen zu können. Weigert sich der Reiseveranstalter jedoch, die Rückzahlung des Reisepreises vorzunehmen, können Kunden über das Reklamationsformular für Kreditkartenbuchungen (verfügbar in Ihrer Bank) die Zahlung zurückfordern. Hier ist eine zeitnahe Rückforderung nach der Weigerung des Veranstalters empfehlenswert, um ggf. Fristen im Chargeback-Verfahren einzuhalten.
  • Überweisung – die dritte Variante. Überweisungen können nicht über die Hausbank zurückgerufen werden, d.h. die Zahlung verbleibt erst einmal in den Händen des Reiseveranstalters. Auch wenn es mit der Rückerstattung dauern könnte, sind Reiseveranstalter dennoch gesetzlich verpflichtet, die Rückzahlung innerhalb von 14 Tagen vorzunehmen. Sollte man aus Angst, das Geld nicht zurückzuerhalten, die Überweisung nicht vornehmen, kann es sein, kann sich der Veranstalter erst einmal – so unsinnig es auch scheint - auf Vertragsbruch und seine AGBs berufen, die in solchen Fällen meist hohe Stornokosten vorsehen (auch wenn die Reise aller Voraussicht nach sowieso nicht stattgefunden hätte). Diese Entscheidung sollte also von Dir reiflich überlegt sein.

Was passiert, wenn man eine Pauschalreise gebucht hat und im Urlaub unter Quarantäne gestellt wird?

Hierzu gibt es nicht für jeden Einzelfall eine finale juristische Klärung. Folgende Faktenlage ist jedoch gesichert:

 

Gute Absicherung durch die Pauschalreise

Fällt die Quarantäne in den ursprünglich gebuchten Urlaubszeitraum, ist es denkbar, dass Urlauber vom Veranstalter eine Minderung des Reisepreises verlangen können. Die Quarantäne wäre somit ein Reisemangel. Allerdings müsste man dann dem Veranstalter direkt vor Ort mitgeteilt werden, man wolle „rausgeholt“ werden. Da das aber nicht möglich ist, muss der Veranstalter Ersatz leisten und sich ggf. seinen Schaden von anderen (z.B. den die Quarantäne anordnenden Behörden) ersetzen lassen. In Sachen Rückflug greift §651q BGB. Dieser sieht eine Beistandspflicht des Reiseveranstalters vor. Er muss Sorge dafür tragen, dass der Urlauber sicher nach Hause kommt und ihm beispielsweise alternative Rückflüge organisieren.

 

Kostenteilung bei längeren Quarantänen

Nach Ablauf des ursprünglichen Reisezeitraums ist der Reiseveranstalter zunächst nur für die ersten drei Tage dazu verpflichtet (§651k BGB), zusätzliche Kosten für Hotelaufenthalt usw. zu übernehmen. Danach ist es möglich, dass Verbraucher und Reiseveranstalter die Kosten untereinander aufteilen müssen, z.B. für einen späteren Rückflug, und der Kunde dann 50% der Kosten selber aufbringen muss. Möglicherweise wird der Reiseveranstalter auch die Kosten übernehmen und sich das Geld von den Behörden zurückholen, die die Quarantäne veranlasst haben.

 

Quarantäne im Urlaub aus Wege-Risiko

Einziger Nachteil, wer im Ausland für einige Tage in Quarantäne gerät, trägt laut Arbeitsrecht das normale „Wege-Risiko“ und bekommt kein Geld, wenn er nicht rechtzeitig wieder zur Arbeit in Deutschland erscheint, so die aktuelle herrschende Meinung dazu im Arbeitsrecht. Das wäre im Falle einer behördlich angeordneten Quarantäne in Deutschland anders, hier zahlt dann der Arbeitgeber bzw. die Behörde, die die Quarantäne angeordnet hat.

 

Will man das Risiko einer Quarantäne im Ausland vermeiden, empfiehlt es sich, in diesem Jahr über einen Deutschlandurlaub nachzudenken. Auch hier gibt es schöne Ziele für einen traumhaften Sommerurlaub.

 

Quellen: Deutschlandfunk, NDR, SWR, Smartlaw

Wer zahlt bei einer Quarantäne im Urlaub, wenn man sich selbst eine individuelle Reise zusammengestellt hat?

Individualreisende haben leider schlechtere Karten. Für sie gilt das oben erläuterte Reiserecht nicht. Aber: Wenn eine Behörde die Quarantäne ausspricht, dann hat zum Beispiel der Hotelbetreiber Entschädigungsansprüche gegen die Behörde. Daher kann er dies nicht zuerst beim Gast einfordern. Dennoch werden Hoteliers in der Praxis versuchen, auch einen Ausgleich mit dem Hotelgast zu erreichen. Wenn ein Flug aufgrund der Quarantäne nicht erreicht werden konnte, sind Individualreisende sogar auf die Kulanz der Airline angewiesen. Im Zweifelsfall muss der Urlauber tatsächlich selbst für die Kosten des neuen Fluges aufkommen.

 

Quellen: Smartlaw

Macht es Sinn, seinen Urlaub wegen Corona zu stornieren?

Entscheidung zum Storno von mehreren Faktoren abhängig

Es hängt von mehreren Faktoren ab, ob es sinnvoll ist, den gebuchten Urlaub wegen Corona zu stornieren. Reisezeitpunkt, Stornobedingungen des Reiseveranstalters, Reisehinweise des Auswärtigen Amts und noch einige Faktoren mehr wie zum Beispiel die weitere Ausbreitung des Corona-Virus spielen dabei eine wichtige Rolle (siehe Erklärungen zum Reiserecht).

 

Stornierung möglichst lange abwarten

Wenn man die Reise storniert, kann der Veranstalter eine Entschädigung – oder je nach Vertrag – die gesamten Kosten der Reise verlangen. Hierzu sollte man mit seinem Reisebüro die Stornobedingungen im jeweiligen Reisevertrag prüfen. In der aktuellen Lage ist es zum Beispiel bei einer Urlaubsbuchung in den Sommerferien oft nicht sinnvoll, seinen Urlaub wegen Corona sofort zu stornieren. Viele Urlauber können die weitere Entwicklung in Ruhe abwarten, da sich bei vielen Reiseveranstaltern die anfallenden Stornokosten erst vier Wochen vor der Reise noch einmal erhöhen.

 

Kostenerstattung bei Absage durch den Reiseveranstalter

Sagt der Reiseveranstalter von sich aus die Reise ab, werden dem Kunden die Kosten erstattet. Im allgemeinen werden Kunden hierzu direkt vom Reiseveranstalter oder vom Reisebüro kontaktiert, dieses unterstützt die Kunden auch bei der Rückabwicklung oder bei der Umbuchung auf ein anderes Urlaubsziel. 

 

Quellen: Deutschlandfunk, WATSON

Welche Reisebuchung macht jetzt noch Sinn?

Tatsächlich sind aktuell zwei Überlegungen sinnvoll. Wenn man langfristig eine Reise plant, z.B. eine Kreuzfahrt für das nächste Jahr oder einen Winterurlaub über Silvester, dann könnte es tatsächlich sinnvoll sein, gerade jetzt von sinkenden Preisen bei den Reiseveranstaltern zu profitieren. 

 

Wer plant, noch in diesem Jahr zu vereisen, z.B. in den Herbstferien, kann die Zeit aktuell nutzen, um schon einmal online seine Lieblingsziele zu recherchieren oder sich konkrete Hotels vor Ort anzuschauen. Gerne könnt Ihr dafür auch unseren kostenfreien Lieferservice für Kataloge nutzen. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund sinnvoll, dass zu erwarten ist, dass die Airlines und Hotels ihre Kapazitäten nach dem Rückgang der Infektionswelle nicht so schnell werden anpassen können wie Nachfrage steigen wird. Dann gilt: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!" Wer dann schon sein konkretes Urlaubsziel weiß und sich vielleicht zwei, drei Wunschhotels ausgesucht hat, kann dann schnell entscheiden und sich noch die besten Flüge und Hotelkategorien sichern. Solltest Du Fragen haben, sprich' uns jederzeit an!

Zahlt die Reiserücktrittsversicherung, wenn man wegen Corona nicht in den Urlaub reisen möchte?

Eine Reiserücktrittsversicherung kann nicht in Anspruch genommen werden, wenn man "nur" Angst vor der Krankheit hat und nicht vor Urlaubsantritt selbst erkrankt ist. 

 

Durch die Klassifizierung des Corona-Virus als Pandemie durch die WHO übernehmen manvhe Versicherer auch nicht mehr die Kosten für die Stornierung, wenn man selbst am Corono-Virus erkrankt ist, da Pandemien in den Versicherungsbedingungen als Ausschlüsse gekennzeichnet sind.

 

Für den Urlaub selbst sollte man immer eine Auslandskrankenversicherung abschließen, um zum Beispiel die Kosten für einen Rücktransport aus dem Urlaubsort abzudecken.

 

Quellen: SWR